Auch
die digitale Kommunikation hat Auswirkungen auf die Umwelt

„Papierlos“, „Umweltbewusst“ und „Rettet die Bäume“ sind gängige Slogans, mit denen viele Unternehmen ihre Kunden dazu ermutigen, auf elektronische Transaktionen und Kommunikation umzusteigen. Aber beruhen diese Appelle auf Fakten?

Solche Botschaften erwecken den Eindruck, dass elektronische Kommunikation umweltfreundlicher sei als die ppapierbasierte Kommunikation. Es ist jedoch sehr schwierig, solche Aussagen zu treffen, ohne den gesamten Lebenszyklus dieser verschiedenen Medien zu berücksichtigen.

Unternehmen und Privatpersonen nutzen zunehmend „Cloud“-Dienste. In diesen riesigen Rechenzentren wird fast alles gespeichert, was wir online tun, darunter unsere Suchanfragen im Internet, unsere Beiträge in sozialen Medien und unsere Online-Abrechnungen.

Rechenzentren entwickeln sich weltweit zu immer bedeutenderen Stromverbrauchern. Obwohl große Rechenzentren im globalen Energiesystem noch relativ neu sind, wird ihr Stromverbrauch bereits auf rund 415 Terawattstunden (TWh) geschätzt – das entspricht etwa 1,5 % des weltweiten Strombedarfs im Jahr 2024 – und ist in den letzten fünf Jahren jährlich um rund 12 % gestiegen.1 Der rasante Aufstieg der künstlichen Intelligenz (KI) beschleunigt diesen Trend und treibt den Einsatz von leistungsstarken, beschleunigten Servern voran, die eine höhere Rechenleistung erfordern und zu einer höheren Leistungsdichte in Rechenzentren führen.

Der Stromverbrauch von Rechenzentren wird in einigen wenigen großen Volkswirtschaften voraussichtlich deutlich ansteigen. China und die Vereinigten Staaten werden bis 2030 zusammen voraussichtlich fast 80 % des weltweiten Wachstums des Stromverbrauchs von Rechenzentren ausmachen. In den Vereinigten Staaten wird der Verbrauch im Vergleich zum Niveau von 2024 voraussichtlich um rund 240 TWh (130 %) steigen, während für China ein Anstieg von etwa 175
TWh (170 %) erwartet wird. In Europa wird der Stromverbrauch von Rechenzentren voraussichtlich um mehr als 45 TWh (70 %) steigen, während für Japan ein Anstieg um rund 15 TWh (80 %) erwartet wird.1

Auch das Problem des Elektronikschrotts ist gewaltig und nimmt weiter zu. Im Jahr 2022 verursachte die Branche weltweit eine Rekordmenge von 62 Millionen Tonnen (Mt) Elektronikschrott. Das entspricht dem Gewicht von 620 Kreuzfahrtschiffen (basierend auf einem typischen neuen, großen Kreuzfahrtschiff mit einem Gewicht von etwa 100.000 Tonnen). Es wird erwartet, dass der Elektroschrott bis 2030 auf 82 Mt ansteigen wird, sofern wir unser Verhalten nicht ändern.2

Im Jahr 2022 wurden
weltweit nur 22,3 % des Elektronikschrotts zum Recycling gesammelt (in Europa waren es 42,8 %).² Die Recyclingmaßnahmen halten nicht mit dem weltweiten Anstieg des Elektronikschrotts Schritt
. Eine nicht umweltgerechte Entsorgung und Behandlung dieses Abfallstroms birgt erhebliche Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit.

Die Rohstoffe aus digitalen Geräten, Servern und Stromgeneratoren sind oft begrenzt, wertvoll und nicht erneuerbar und
zudem bekanntermaßen schwer zu recyceln.

Allzu oft werden jedoch die Auswirkungen der Digitalisierung außer Acht gelassen. Eine von Two Sides durchgeführte Studie3 ergab, dass 56 % der europäischen Verbraucher der Meinung sind, dass elektronische Kommunikation besser ist
umweltfreundlicher als papierbasierte
Kommunikation.

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